Fast ein lustiges Wording: Keine Roaming

Dienstag, 2. August 2016 10:27

Erst denkt man, oha, was für ein progressives Wording.

Dann überlegt man, ob hier vielleicht die Zielgruppen aus den ganzen Flaggenländern speziell angesprochen werden sollen.

Und am Ende erkennt man, dass es wahrscheinlich bloß ein Schachzug des Grafikers gewesen ist:

Keine Roaming

 

Keine Roaming - Ausschnitt

 

 

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SEAT Ateca – erfolgreich getestet

Mittwoch, 29. Juni 2016 14:18

Neue Früchte der Zusammenarbeit mit meiner Partneragentur Nombra in Barcelona: Der SEAT Ateca ist da!

Überall kann man ihn sehen, den Ateca von SEAT. Das neue City-SUV wird dieser Tage im deutschen Markt eingeführt und macht viel Wirbel. Was SEAT da auf die Räder gestellt hat, erfährt einige Hochachtung – zumal zu diesen Preisen.

SEAT Ateca Namenstest

© SEAT

Was war mein Anteil an diesem Projekt? Die Agentur Nombra in Barcelona hat den Namen Ateca entwickelt und auch einen europäischen Namenstest konzipiert. Die Adaption des Testes für den deutschen Markt,  die Durchführung und die Auswertung lagen in meinen Händen.

 

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Schöner schimpfen auf Bairisch – Schimpfworte für Anfänger und Kenner

Dienstag, 31. Mai 2016 10:37

Viele Menschen aus anderen Gegenden ziehen nach Bayern. Natürlich kommt man dann gut mit Deutsch / Hochdeutsch zurecht. Aber man kann seinen Wortschatz ja auch erweitern. Die Ursprungsbayern unter den Lesern können sich wehmütig erinnern. Ich habe darauf geachtet, klanglich besonders ansprechende Repräsentanten mit Fokus auf Oberbayern auszuwählen. Voilà:

Bayernrauten-Bairisch

  • Loamsiada: langsamer, schwungloser Mensch – Schlaffi
    Übertragung ins Hochdeutsche: Leimkocher
  • Ruach: geiziger, geldgieriger Mensch
    Übertragung ins Hochdeutsche: schwierig, hat mit dem Ruch zu tun
  • Roozbibbm: Rotznase, traditionell gern für kleine Mädchen verwendet
    Übertragung ins Hochdeutsche: Rotznase
  • Bazi: Durchtriebener Mensch, teilweise auch bewundernd verwendet
    Übertragung ins Hochdeutsche: schwierig, Kürzung aus Lumpazius
  • Zwiderwurzn: Unausstehlicher, übellauniger Mensch, oft Frau oder Kind
    Übertragung ins Hochdeutsche: Ärgerwurzel
  • Beitlschneider: Jemand verlangt für eine Leistung unverschämt (zu) viel Geld
    Übertragung ins Hochdeutsche: Beutelschneider
  • Depp: Idiot, Einfaltspinsel auch zur Eigenkennzeichnung gern verwendet
    Übertragung ins Hochdeutsche: schwierig, aber mit täppisch verwandt
  • Gschwoischädl: Aufgeblasener Kerl, der meint, er wäre was ganz Besonderes
    Übertragung ins Hochdeutsche: Schwellkopf
  • Lapp: Mensch, der sich alles gefallen lässt
    Übertragung ins Hochdeutsche: Läppisch
  • Siebngscheit: Wichtigtuerische, neunmalkluge Person, die nervt
    Übertragung ins Hochdeutsche: Neunmalklug

Dank für Inspiration und Information geht wieder an Franz Ringseis für sein „Neues Bayerisches Wörterbuch“ und an Ludwig Zehenter für „Bairisches Deutsch“.

PS: Die Übertragungen ins Hochdeutsche sind natürlich oft nur vage Annäherungen.

 

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My Sissi Time – lustiger Deutsch-Englisch Kuddelmuddel

Mittwoch, 4. Mai 2016 15:15

Da sich Austrian Airlines / my Austrian tatsächlich auch an englischsprachige Menschen mit den überall in München präsenten Plakaten richtet, ist ein kleines Schmunzeln nicht ganz zu vermeiden. Denn die österreichische Kaiserin Sissi ist im Englischen als „sissy“ eine kleine Heulboje, oder wie die Gebildeten sagen würden, arg larmoyant. Welcher Tourist wäre das nicht auch mal gern – imperial weinerlich in Wien.

My Sissi Time Plakat

PS: „Imperiales Wien“ ist eine sehr witzige Formulierung. Royal getextet.

 

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Was ist „Herzhaft Mild“?

Montag, 18. April 2016 10:54

Was ist herzhaft mild? Eine Bezeichnung, die mir schon oft aufgefallen ist, und die ich noch nie verstanden habe, denn eine herzhafte Milde – was könnte das sein? Werfen wir mal einen genaueren Blick darauf.

Im Kaffeeregal von Tchibo im Supermarkt begegnet einem die Sorte „Tchibo Herzhaft Mild“.

Tchibo Herzhaft Mild

© Tchibo – Vielen Dank für das Bild!

Aber auch im Rewe auf der Dose Kidneybohnen der Linie „Rewe Beste Wahl“ findet man die Bezeichnung –  mit Bindestrich. Und ein Blauschimmelkäse aus Dänemark macht auch mit: „herzhaft-mild“. Grundsätzlich ist das Attribut „herzhaft“ eher in der salzigen Geschmackswelt zu Hause.

Schauen wir gleich noch „mild-würzig“ an. Kerrygold Original Irischer Kildery ist „mild-würzig“, so wie auch der Landschinken von Abraham. Der Burlander von Milram ist natürlich auch „mild-würzig“, ebenso der Bresso, der Saint Albray, der deutsche Spargel im Glas von Feinkost Dittmann, der irische Cheddar von Kerrygold, und sogar die Fetakopie von Patros.

Was sagen uns „Herzhaft Mild“ und „mild-würzig“ über die Produkte, vor allem aber über ihre Käufer? Wir könnten tiefenpsychologische Interviews machen, aber wir kürzen das jetzt ab. Befragt werde nur ich selber. Die Namen sagen uns, dass Menschen sich schwer entscheiden, aber auch, dass der Konsument immer öfter mehr will: Mehr als 1, und so auch mehr als einen Geschmack. Ein milder Kaffee ist – zu mild. Ein kräftiger Kaffee ist – zu kräftig. Ein geschmackvoller Käse – puh, zu kräftig. Ein geschmackloser – auch irgendwie fad. Die Lösung: beides zusammenspannen, mehr Zielgruppen erreichen, von mild bis herzhaft oder würzig, und alles dazwischen, also quasi drei auf einen Streich.

Das funktioniert natürlich nur gut bei etwas so vagem wie Geschmack. Bei konkreten und vor allem absoluten Produktangaben wird das Zusammenspannen von Gegensätzen schon eine rechte Herausforderung – und das für alle Beteiligten. Man stelle sich nur vor:

  • Wein Rot-Weiß
  • Joghurt mit wenig / viel Fett
  • Salami saftig-trocken
  • Paprikachips klein-groß

Konsistenzbeschreibungen dagegen sind durchaus gut vorstellbar und vielleicht sogar ganz spannend, zumal bei vielen Produkten ja mehrere Texturen auftreten:

  • Baguette knusprig-weich
  • Fruchtjoghurt cremig-stückig

Mal sehen, was da noch auf uns zukommt.

 

PS: Die Auflösung zu „Herzhaft Mild“ ist übrigens ganz einfach und viel weniger strategisch. In diesem Kaffee sind zwei verschiedene Kaffeesorten gemischt, eine kräftige und eine milde. Und Begriffe wie „mittel“, „classic“ oder „durchschnittlich“ wollte man wohl vermeiden. Hätten Sie’s geahnt? Zum Glück ist aber nicht alles logisch in unserer Welt und in unserem Kopf, und deshalb kann der Name, so widersprüchlich er auch sein mag, in der Praxis funktionieren.

 

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Neuer Name für ??? – die Feldnüsse

Dienstag, 5. April 2016 8:44

Da soll noch einer sagen mit deutschen beschreibenden Begriffen könne man nix machen. Ich hatte ja schon über Foidhendln berichtet und über andere mehr oder weniger verschleiernde Begriffe in der Kulinarik, aber nun ist mir etwas Bemerkenswertes im Biomarkt untergekommen: Feldnüsse.

Feldnüsse kennt man so natürlich nicht, aber sie klingen bodenständig und naturnah, fast wild. Außerdem sind Nüsse ja per se hochwertig. Kurioserweise handelt es sich bei den Feldnüssen um Sojabohnen, wie es im englischsprachigen, kleingeschriebenen Untertitel auch heißt. Vielleicht verkaufen sie sich so ja besser.

Sojabohnen verkauft als Feldnüsse

 

 

 

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Launch: vitalsphere von Frequentis

Montag, 21. März 2016 13:03

2015 war wieder eine Reise nach Wien angesagt: Naming-Workshop für die Frequentis, den Weltmarktführer für sicherheitskritische Kommunikationslösungen – z.B. für den Flugverkehr. Neben einigen Präzisierungen am Marketingkonzept erarbeiteten wir im Team den Namen für die ATM Networks der Frequentis: vitalsphere. Diese Datennetze bieten ein Höchstmaß an Sicherheit und End-to-End-Performance, die in konventionellen Netzen nie verfügbar ist. Durch spezielle Brokerage-Services können die Kosten für den Betrieb zudem deutlich gesenkt werden.

Zu den Services im Portfolio von vitalsphere gehören Netzwerkdesign, Netzwerkintegration, intelligentes Routing, Netzwerkbetrieb, Netzwerkmanagement und Sicherheitskonzepte.

Alle technisch Interessierten finden mehr direkt auf den Seiten der Frequentis.

 

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Liedertitel, die Bilder erzeugen

Dienstag, 8. März 2016 11:39

Heute mal was eher Zeitloses. Hübsche Liedtitel  – nicht alles neu, nicht alles alt, eine gesunde Mischung. Bei jedem Betrachter / Leser sollten Bilder erscheinen ohne weitere Manipulation / Stimulation des Gehirns:

1. Wighnomy Brothers: Guppypeitsche

2. Dominik Eulberg: Im Gasthaus zum satten Bass

3. Extrawelt: Im Garten von Eben

3. Microtrauma: Olivenkernkomplex (EP)cd-bild-foto-bunt

4. Max Cooper: Fluid Landscapes

5. Robag Wruhme: Wuzzelbud KK

6. Aphex Twin: Windowlicker

7. Plaid: Eyen

8. Mathew Jonson: Folding Space

9. Gabriel Ananda: Ihre persönliche Glücksmelodie

10. Patrick Chardronnet: Eye by Day

Ich finde ja das Deutsche berührender als das Englische – aber das ist sicher subjektiv.

 

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Neue deutsche Pullis entdeckt

Freitag, 26. Februar 2016 12:48

Mancher weiß schon, dass ich ein Freund der deutschen Sprache bin. Als ich auf neue deutsche Pullibezeichnungen stieß, war ich erst einmal recht überrascht. Ich finde, man muss die Namen ein wenig sacken lassen, und man sollte Ihnen ein wenig Zeit geben um zu wirken, Zeit um mit Ihnen vertraut zu werden. Wovon ich spreche? Von:

1. Fransenhülle

2. Schalkragenhülle

Letztlich lassen mich die beiden Begriffe etwas ratlos zurück. Ich finde sie nicht besonders schön, eher leicht irritierend, und, wie gesagt, gewöhnungsbedürftig. Immerhin hat sich jemand Gedanken gemacht, auch wenn ich „Hülle“ nicht den schmiegendsten Begriff überhaupt finde. Hüllen sind ja nicht dafür bekannt besonders kuschlig zu sein. Aber man muss bedenken: erst mal was Besseres finden. Sicher interessant in diesem Zusammenhang ist der Begriff „Softshell“, der ja in Deutschland verwendet wird. Auch der wäre eine schicke Herausforderung für jeden Namenmacher.

Damit das Verhältnis der Namen zum Produkt etwas klarer wird, hier die Abbildungen der beiden (neuen) Kleidungsstücke aus dem Prospekt von Konen, der diese innovativen Begriffe herausgebracht hat:

Fransenhuelle

Fransenhülle

Schalkragenhuelle

Schalkragenhülle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mal sehen, ob die neuen Begriffe sich durchsetzen. Mutig ist der Schritt auf jeden Fall.

 

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Winter, so geht das nicht. Eine Umbenennung.

Freitag, 29. Januar 2016 11:34

Hier im Süden der Republik gibt es einige Wehmut und auch Trauer darüber, was aus dem guten alten Winter geworden ist. Wie schön war das doch früher – überall Schnee, ein Leben auf dem Schlitten, mit Skiern ins Bett, Dauereislauf auf dem Chiemsee. Das ist jetzt alles anders, der Januar erinnert eher an einen Herling oder Frübst, die Pflanzen werden noch ganz verrückt und das weiße Wiesel hat ein Problem. Da muss was gemacht werden – der Winter bekommt jetzt eine neue Version. Hier die Liste der populärsten:

Winter 2.0 Neue Version, neue Bugs
Winter Update Das nächste Update macht alles besser
Winter Light 70% weniger Schnee, 50% weniger Kälte
Winter remixed Mit total innovativen Einflüssen von Herbst und Frühling
Winter plus Der bessere Winter – mit noch weniger Kälte
Winter minus Klingt kalt, aber wir ziehen die Kälte ab
Smart Winter Genau so kalt, dass die S-Bahn noch fahren kann
Winter Pro Klingt leider nach mehr, als es letztlich ist
Winter Basic Ein Mal Schnee – das muss reichen

 

Als Erinnerungshilfe zum Winter Classic, den es sonst nur im Kopf gibt:

Fahrrad im Schnee

 

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